Anywise – The City of Any
Dies Städte in Asien sind, wie Henry N. Cobb sie in einem Text genannt hat, „The Cities of Any“. Das Wort Any bezeichnet eine Unbestimmteit. Diese beinhaltet nicht nur Chaos, sondern auch Innovationen, alles ist möglich. Die Situation ist einzigartig. ARCHITECTURAL BIG BANG: In kürzester Zeit entstanden zahlreiche Hochhäuser mit weltrangiger Höhe und dicht gebaute Städte. WE WANT TO GUIDE THE BULLDOZERS TO THE RIGHT PLACES – SINGAPORE GREEN PLAN: In den Städten scheinen die Menschen ignoriert zu sein. Vielleicht sind die Gebäude tatsächlich ohne großen Respekt vor den Menschen gebaut, da die Städte ohnehin von Menschen überflutet sind. Anywise steht zum einen für die noch überlebende Weisheit des alten Asiens zum anderen aber auch für die willkürlich und anonym scheinenden Ordnungsprinzipien in den Städten, die authentisch und in bestimmten gesellschaftlichen Konstellationen unverzichtbar komplex sind. BIGNESS IS WHERE ARCHITECTURE BECOMES BOTH MOST AND LEAST ARCHITECTURAL: Durch die enorme Menge von Aktivitäten in und um die Hochhäuser wird ein Ausgleich möglich zwischen maximaler Architektur und verschiedenen Gesellschaftsprinzipien, wie Resistenz und gegenseitiger Akzeptanz. SOFT SUBSTANCE, HARSH TOWN: Trotz der Substanzarmut der Gebäude ist „The Citiy of Any“ ein Stadtbild der Widerständigkeit gegen die konventionelle Ewigkeit ohne Abwertung der Wichtigkeit der Stadtpläne. FRANKENSTEIN`s CREATURE OR HUMAN SCALE?: Die Simulation des Users und die unkontrollierbaren Experimente der Achitekten im Feld der Giganten bilden eine ultimative Komplexität der Stadt und der Menschen.
Hageue Yang 2000
in Katalog Eva-Maria Wilde, Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank AG, Frankfurt am Main 2000
dann aber von angesicht zu angesicht
Jeder, der vor Eva-Maria Wildes Bildern steht, sieht: dargestellt sind Spielgelungen in Fenstern. Jeder kennt dieses Seherlebnis. Hier nun handelt es sich um Malerei.
Wenn die Destruktion der Perspektive als eine Bewegung weg von der klassischen Repräsentation hin zur Konstruktion von Flächenbeziehungen als charakteristisch für die Moderne in der Malerei beschrieben wurde, dann überwindet und vereint Wilde mit diesen Bildern auf gleichermaßen einfache wie verblüffende Weise jene beiden als ausschließlich gedachten Ansätze. Sie sind vollkommen „Repräsentation“ –was könnte abbildhafter sein als ein Spiegelbild? –und gleichzeitig organisieren sie sich ganz und gar in Flächen- und Strukturbeziehungen. Die vertrackte Frage nach dem Gehalt, der sich die Malerei in all ihren Etappen der Entmystifikation seit dem 19.Jahrhundert zu entledigen suchte, die fast schon vergessene Frage nach dem, was hinter der Oberfläche des Bildes steckt, ist aber damit in Wildes Fenster-Bildern wieder erlaubt.
Spiegelungs-Bilder markieren eine Grenze. Was sie vermitteln können, ist die Einsicht, dass die Unmöglichkeit einer Antwort auf die Frage nach dem „dahinter“ die Möglichkeitsbedingung der Formen der Malerei ist.
Caroline Wesenberg 2000
in Katalog Eva-Maria Wilde, Kulturstiftung der Dresdner Bank AG, Frankfurt am Main 2000
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